Was mir aus der Seele spricht...
Poesie
selfmade

Dankbarkeit
Ein kleiner Trieb, bereit zu sprießen,
Nutzt Sonnenlicht um zu gedeih'n,
Und Regen lässt er auf sich gießen
Um irgendwann ganz groß zu sein.
Es streckt der Spross den Kopf empor,
Willens nun sich zu erheben.
Wächst zum Baum und schützt davor
Was ihn einst hieß zu leben.
(A.H., Juni 2026)
Mondgang
In manchen Nächten frag ich mich:
wo führts ihn hin, des Mondes Gang?
Wird kleiner er, wird größer er?
Vergeht sein Weg, sein bleiches Licht,
Und stirbt er irgendwann?
So Ungewiss und lebensschwer...
Ein unsichtbarer Neuanfang birgt Trauer oder Stille.
Entscheidungen zu treffen und stärker wird der Wille
Das Alte hinter sich zu lassen und einzuatmen tief.
Bevor ein Samen wachsen kann er im Verborg'nen schlief.
Momente scheinen hoffnungslos, leer und auch verloren.
Der Neumond zeigt uns allemal was nun wird neugeboren.
Starke Kräfte birgt er, auch ohne hell zu scheinen.
Und geht hervor aus Dunkelheit und mit der Welt im Reinen.
Wagt sich hervor in Sichelform. Der Mond, er kehrt zurück!
Schiebt vorsichtig sein Angesicht ins Licht, Stück um Stück.
Einen ersten Schritt wagt er, hinaus aus dunkler Krise,
Optimistisch auszutesten, was sich dann bewiese,
Am Firmament nun auszubreiten als einfach silb'ner Faden
Und fortzuwachsen und nach und nach im Scheine sich zu baden.
Braucht Mut und Zeit und Zeit und Mut sich neu auch zu entdecken,
Um ganz und gar sich hinzugeben, vom Dunkel wegzurecken.
Der Höhepunkt wird nun erreicht, der Mond scheint hell und klar.
Voll und rund thront er erhaben, greifbar, heilig gar.
Alles liegt ihm offen im gleißend schönem Schein,
Leuchtet selbst ins finsterdüsterst Herz hinein.
Der kostbarste Moment, Geburt, Hochzeit, Erfolg,
Oh, geliebter Augenblick, verweile, du bist Gold!
Nicht von Dauer ist, was legt auch Schatten frei,
Und verweht ganz sacht und ist im Nu vorbei.
"Rückzug!" schallt es nun vom Himmelzelt,
Die Fülle muss weichen, gibt frei das Feld,
Um auszuatmen, zurückzutreten, formatier'n.
Die Zeit ist reif, "nein" zu sagen, neu deklarier'n,
Was auch ein Abschied für dich heißen kann.
Tritt zurück, schau's Leben von der Seite an:
Was hast du vollbracht, was wirst du noch seh'n?
Der Mond nimmt ab, Erkenntnis bleibt besteh'n.
Unerwartet schiebt es sich unbemerkt vor's Licht,
Ein kalter Schatten, unklar wann er bricht.
In der Finsternis des Mondes prüft sich die Geduld,
Verharre und vertrau darauf, dass weicht ein solch Tumult.
Es fühlt sich wie ein Ende an, obwohl nur wird verdeckt,
Was hinter schwarzem Vorhang dunkler Schwere steckt.
Wahre Wandlung vollzieht sich dort, wo reinigt sich der Geist,
Und froh getarnter Mondgang auf seiner Bahn fortkreist.
Mondgang, Mondgang, Himmels Zier.
Mondgang, wirst nie stehen.
Sei und bleibt's ganz heilig mir,
Ehrfurchtsvoll dir zuzusehen.
Mondgang, Mondgang, Himmels Zier.
Mondgang, wirst nie enden.
Sei und bleibt's ganz heilig mir,
Nimmermehr mich abzuwenden.
(A.H., April 2026)


Rapszeit
Wenn die Flur so hell erstrahlt,
Erleb' ich meine schönste Zeit.
Goldengelb, gar wie gemalt
Stehn die Felder himmelweit.
Die Welt ist reif: Der Sommer naht!
Und still umstreicht mich warmer Wind.
Muss innehalten ob dieser Saat,
Wohlig sinnend wie ein Kind.
Mein durstig Blick er wandert fort,
Hin über diese blühend Wonne.
Verfängt dann unbedarft sich dort,
Wo steigt die Maiensonne.
Du gold'nes Glück, vergehst so sacht,
Wie neues wird kommen müssen.
Und lässt mich warten, drauf bedacht,
Dich bald wieder zu begrüßen.
(A.H., Mai 2026)
Erinnert mich an dich
Denk ich an Advent, schwirrst du mir in Gedanken.
Wie weit ich schau, weit, weit über Schranken,
Wie viel an dieser stillen Zeit dem Trubel auch schon wich!
Alles, einfach alles hier erinnert mich an dich.
Da strahlen Lichter, kerzenweit, weisen uns die Straße.
Auch in der finstren Mitternacht dunkelschwerer Masse,
Sie leuchten auf und nach und nach: Weihnachten rückt an.
Zeigen uns ganz engelsgleich, den Glauben auch daran
Nicht zu verlier'n, wenn auch der Mut entwich.
Ja, diese Lichter erinnern mich an dich.
Da steht der Baum, solide, von Tanne oder Fichte.
Schmuck und Kugeln zeigen ihn noch in anderem Lichte.
Bodenständig, kraftvoll, stark, obwohl gefällt er wurde.
Doch auch verkleidet zeigt er uns und sei es noch absurde:
Ihn zwingt niemand in die Knie, auch wenn ein Zweig mal bricht!
Ja, dieser Baum erinnert mich an dich.
Da schauen und strahlen sie, die Augen aller Kleinen,
Die blanke Pracht zur Weihnachtszeit lässt sie noch froher scheinen.
Sie laufen fröhlich durch das Haus, entdecken so viel Neues,
Und klopft der rote Mann dann an wie ein Reh, ein scheues,
Verstecken sie sich hinter uns, sprechen respektvoll ihr Gedicht,
Ja, auch diese Augen erinnern mich an dich.
Da sind sie nun, sie müssen sein: Gedichte und auch Lieder.
Kehren jedes Jahr zum Heiligabend immer immer wieder.
Aufgeschrieben, ausgedacht, mit Fehlern oder ohne,
Hauptsache was aufgesagt, dass Weihnachtsmann belohne.
Immer warst besonders du, mit deinen bunten Worten,
Hast mich inspiriert und geöffnet mir die Pforten,
Für viele neue Texte, die ich mit deinen oft verglich.
Ja, diese Gedichte erinnern mich an dich.
Da ist der Duft von Plätzchen, der in der Luft heut liegt,
Von Tannengrün, Äpfeln, Nelken, und mit der Zeit verfliegt
Jeder Gedanke an Unsicherheit, Alleinesein und jenes was empört,
Weil heute das zusammenkommt, was zusammen gehört.
Die Familie hält sich fest, wenn auch dein Hauch verstrich,
Ja, der Duft der Weihnacht erinnert mich an dich.
Denk ich an Advent, schwirrt mir der Kopf, doch frei
Von jeglich Gram und Groll ist mir mein Herz dabei.
Nun in meine Augen ein Tränchen sich doch schlich.
Alles, einfach alles hier erinnert mich an dich.
(A.H., Dezember 2025)
